4G - Eine Klasse für sich!

Es ist unfassbar, aber schon wieder sind 4 Jahre vorbei und die Zeit des Abschiednehmens ist erneut gekommen. Wie schnell doch die Zeit vergeht.

Aus einer temperamentvollen quirligen Klasse entwickelte sich in den vergangenen Jahren ein Mädchenteam, das für großen Zusammenhalt, Engagement und enormen Ehrgeiz steht.

Waren die ersten beiden Schuljahre, von Lebhaftigkeit, bedingt durch hormonelle Veränderungen und die Anwesenheiten des männlichen Geschlechtes, geprägt, so änderte sich dies mit dem Beginn der dritten Schulstufe schlagartig. Durch den Klassenverband von 26 Mädchen kehrte schlagartig Ruhe ein, dadurch entstand ein Arbeitsklima der besonderen Art. Sogleich gab es keinerlei disziplinäre Probleme mehr zu regeln, keine Terminversäumnisse mehr zu bemängeln, keine Ruhephasen mehr einzufordern. Die Aufgaben als Klassenvorstand erledigten sich scheinbar von selbst.

Gab es zunächst noch Ängste vor Zickenkriegen, so konnten auch diese in kürzester Zeit abgelegt werden, denn die Mädchen schienen bereits so reif zu sein, dass sie auch diese Querelen mit Leichtigkeit hinter sich ließen und das, obwohl sich in der neu entstandenen G-Klasse, Schülerinnen aus 3 verschiedenen Stammklassen befanden.

Doch es dauerte nicht lange, bis diese Besetzung zu einer Einheit wurde und die alten Freundschaften mit neuen kombiniert wurden.

Diese Kombination ermöglichte es, die Ideen der vernetzten Klasse in vollem Umfang auszuschöpfen. Kein Morgenkreis, an dem sich die Mädchen nicht intensiv beteiligten, keine vernetzte Einheit, in der Unterlagen fehlten, keine Freiarbeit, die nicht das volle Engagement jeder einzelnen Schülerin repräsentierte. Noch nie zuvor wurden Deckblätter so liebevoll gestaltet, Arbeitsaufträge so gewissenhaft bearbeitet und die Arbeitsruhe so intensiv eingehalten. Während den Phasen der Freiarbeit war in dieser Klasse die Anwesenheit eines Lehrers quasi unnötig. Die Mädchen vertieften sich in den Stoff, sogen ihn auf und setzten ihn stets nach bestem Wissen und Gewissen um.

Dies mitanzusehen und mitzuerleben, ließ das Herz einer vernetzten Lehrkraft höherschlagen.

Somit war es auch für diese Klasse kein Problem, als Corona die Schulwelt gehörig durcheinanderwirbelte. Die Selbstständigkeit, die die Mädchen schon zuvor im Unterricht bewiesen hatten, setzte sich auch in den Lockdownphasen durch. Das Miteinander und die gegenseitige Fürsorge wurde auch in dieser Zeit weitergetragen und stellte sich als Markenzeichen dieser Klasse heraus.

Ein großer Verlust dieser Zeit waren jedoch die vernetzten Nachmittage, die ebenfalls stets als Bereicherung anzusehen waren. Die netten Ausflüge, die kreativen Basteleien, die tollen Gespräche. All das hat uns Corona genommen. Zuletzt fiel diesem Virus auch noch die Wienwoche, als würdiger Abschluss der vergangenen vier Jahre zum Opfer.

Aber dennoch können wir auf enorm bereichernde vier Jahre zurückblicken, von denen ich keinen einzigen Tag missen möchte, an dem ich eure Klassenvorständin sein durfte. All jenen, die ihre schulische Zukunft nun in anderen Schulen starten werden, wünsche ich alles erdenklich Gute, über jene, die mich weiter in die Oberstufe begleiten werden, freue ich mehr sehr und hoffe, dass unsere Reise auch zukünftig so erfolgreich verlaufen wird.

Letztlich bleibt mir noch ein zutiefst empfundenes Danke zu sagen, an meine Mädels, die definitiv stets eine Klasse für sich darstellten.

Euer KV Lienbacher Irene